Jung, allein, belastet: Was dauerhafte Partnerschaftslosigkeit bedeutet
Immer mehr junge Erwachsene entscheiden sich bewusst oder unbewusst gegen feste Partnerschaften. Es wurde untersucht, welche Auswirkungen dieses lang anhaltende Alleinsein auf das Wohlbefinden hat. Dafür wurden über 17.000 Jugendliche und junge Erwachsene in Deutschland und Großbritannien zwischen 16 und 29 Jahren über mehrere Jahre beobachtet. Jährlich wurden ihre Stimmung, Lebenszufriedenheit und psychische Gesundheit erfasst.
Die Ergebnisse zeigen ein deutliches Muster: Wer dauerhaft Single bleibt, erlebt im Laufe der jungen Erwachsenenjahre einen stärkeren Rückgang der Lebenszufriedenheit und ein zunehmendes Gefühl von Einsamkeit. Besonders deutlich wird dies in den späten Zwanzigern, wenn viele Gleichaltrige feste Partnerschaften eingehen. Auch depressive Symptome steigen bei dauerhaften Singles in diesem Alter. Bestimmte Faktoren erhöhen die Wahrscheinlichkeit, länger allein zu bleiben: Männer, Personen mit höherem Bildungsgrad, geringem Wohlbefinden oder solche, die noch bei den Eltern wohnen, bleiben häufiger ohne Partner.
Die Studie zeigt aber auch positive Entwicklungen: Wer während der Beobachtungszeit eine Partnerschaft einging, berichtete von mehr Lebenszufriedenheit und weniger Einsamkeit. Die depressive Stimmung verringerte sich dabei nur teilweise, was darauf hinweist, dass Beziehungen zwar soziale Stabilität geben, aber nicht alle inneren Belastungen lösen. Die Forschung verdeutlicht, wie eng soziale Erfahrungen und psychische Gesundheit verbunden sind.
Dauerhaftes Alleinsein kann das Gefühl von Verbundenheit und inneres Wohlbefinden schwächen, während Nähe – sei es in Partnerschaften oder anderen sozialen Beziehungen – eine wichtige Ressource sein kann. Die Ergebnisse unterstreichen, wie wichtig es ist, junge Erwachsene in dieser Lebensphase zu unterstützen und soziale Verbundenheit zu fördern.
Krämer, M.D. et al.
Life satisfaction, loneliness, and depressivity in consistently single young adults in Germany and the United Kingdom
J Pers Soc Psychol .
1/2026